16.10.12

total stoned sitze ich mit einem freund am bahnhof. meine augen sind irgendwie schwer, aber ich fühle mich gut. ich trage den pulli von papa. einen brauen, ganz weichen pulli. ich spüre den stoff von papas pulli ganz intensiv. generell nehme ich alles mehr wahr. ich spüre meine enganliegende hose und die kleinen windstöße, die mir die haare verwuseln. ich spüre den arm meines freundes an meinem und sehe jede kleinigkeit. ich sehe, wie das laub von den kleinen bäumchen abfällt und wie die sonne den ganzen himmel in orangegelb färbt. das ist so ein schönes bild. leute laufen aus dem bahnhof. die sonne scheint auf den rücken der menschen. sie werfen schatten. ich hole meine schachtel aus der tasche und zünde mir eine zigarette an. das schmeckt auch irgendwie anders. aber besser. mein freund, er heißt paul, fängt an zu reden. wie schön der himmel wäre und dass er nicht gerne spackt oder pepp zieht. er sagt, wenn man kifft, ist alles viel schöner. paul hat recht. ich versuche an was schlimmes zu denken. ich denke an die trennung. daran, dass ich alleine bin und ich ihn wieder will. ich denke an die schöne zeit mit ihm und an das, was ich alles noch mit ihm vor hatte. normalerweise sticht mein herz dann. normalerweise dreht sich bei diesen gedanken mein magen und ich bekomme dicke tränchen in den augen. doch jetzt geht es mir dabei gut. es tut nicht weh.